Dieser Beitrag ist für alle Menschen, die immer noch überlegen, ob sie Hundetrainer werden sollen. Wir sprechen außerdem darüber, wie der eigene Weg zum Traumberuf Hundetrainer aussehen kann.

Unterschätze nie das Bedürfnis nach einer Selbsthilfegruppe, wenn Du zweiundfünfzig Samstage hintereinander Junghundegruppen unterrichtet hast…

Sabrina Rahtgens 🙂

Mich hat vor Jahren einmal jemand gefragt, wann ich erkannt habe, dass der Job Hundetrainer etwas für mich ist. Meine Antwort:

„Als ich den Job zwei Jahre in Vollzeit ohne Urlaubspause gemacht habe. Nichts ist so realistisch wie die Realität.“

Zwölf Jahre später behaupte ich noch das gleiche. Du kannst noch so viele Hundetrainer interviewen, die erfolgreichen genauso wie diejenigen, die gescheitert sind. Vollkommende Klarheit erlangst Du erst dann, wenn Du mitten hineinspringst in das „Abenteuer Hundetrainerin“.

Mehr, als nur ein Job für Hunde

Im Traumberuf Hundetrainer sind sehr viele lehrreiche Momente versteckt, die weit über das hinausgehen, was Hundeerziehung bedeutet. Du kannst in diesem Beruf viel über Hunde lernen und noch mehr über Menschen – auch über Dich selbst, wenn Du den Mut dazu hast.

Es gibt Berufe, die es uns Menschen erlauben, konstant zu lernen und zu wachsen. Der Traumberuf Hundetrainer gehört definitiv dazu. Gleichzeitig bietet dieses Berufsfeld nach wie vor Platz für den Abschaum der Menschheit. Missbrauch, Unterdrückung, Quälerei – all das findet nach wie vor Anwendung und vor allem Anklang in einigen Teilen unserer Gesellschaft. Sich dieser Tatsache gewahr zu sein, ist sehr wichtig, wenn Du den Job als Hundetrainer im Einklang mit Deinen eigenen Werten machst. Du bist verantwortlich dafür, mit deiner Arbeit denjenigen einen Gegenpol zu bieten, die Hunde und ihre Menschen nach wie vor erniedrigen und ihre Lage missbrauchen! Dafür braucht es innere Stärke und Mut. Den eigenen Weg weiter zu gehen, auch wenn Dir hin und wieder ein sehr rauer Wind entgegen schlägt, ist hart zwischendurch. Es herrscht kein Friede-Freude-Eierkuchen in dieser Szene. Wer es harmonisch mag, sollte lieber nicht das Berufsfeld Hundetrainer aufsuchen.

Im Alleingang oder besser mit anderen zusammen tun?

Nicht nur deshalb schließen sich seit einigen Jahren Hundetrainerinnen lokal und manchmal auch überregional und europaweit zusammen. Ganz getreu dem Motto „Wir sind viele – und wir setzen auf positive Verstärkung durch Dich!“ erreichen sie ihre Zielgruppe gemeinsam leichter, als allein. Es kann manchmal ganz schön frustrierend sein, sich von alteingesessenen Hundeschulen abzuheben als „No-Name“. Einige angehende Hundetrainer setzen auf bereits etablierte Namen und deren Marken und gehen dort in die Ausbildung, wo andere schon Wege bereitet haben. Manche Institute bieten auch nach dem erfolgreichen Abschluss auf die ein oder Art eine Mitgliedschaft/irgendeine Form der Zugehörigkeit an. So hast Du eine Plattform mit Fachleuten zur Verfügung, die Du aufsuchen kannst bei Fragen, Problemen oder einfach nur nettem Austausch. Unterschätze außerdem nicht das Bedürfnis nach einer Selbsthilfegruppe, wenn Du 52 Samstage hintereinander Junghundegruppen unterrichtet hast…

Gesparte Zeit kostet Geld und gespartes Geld kostet Zeit

Wieviel Unterstützung Du möchtest und wieviel Verbindung zu anderen Hundetrainerinnen Du brauchst, hängt ganz von Dir ab. Manche Institute tragen Dir quasi den A**** hinterher – und das lassen sie sich auch bezahlen. Von fachlicher fundierter Ausbildung über den Weg in die Selbständigkeit hin zu Marketing und Organisation über Fortbildungen und Fachforen – du kannst es haben, wenn Du bereit bist, dafür in die Tasche zu greifen.

Selbstverständlich kannst Du auch alleine ran und Hundetrainerinnen fragen, wie sie ihren Job im Alltag bewerkstelligen, ohne eine Gruppezugehörigkeit in einer Organisation/Institut. Du findest mit Fleiß und Zielstrebigkeit auch selbst den Weg dorthin, wo Du Deine eigene Marketingstrategie erarbeitest, Kunden gewinnst, Websites erstellst und pflegst, Gruppen und Kurse organisierst usw. Es ist alles da. Ein Hoch auf die digitale Welt und das Internet!

Plane voraus, wachse langsam

Unterschätze nicht die Zeit, die es braucht, all das auf die Beine zu stellen, was später das Fundament für Dein Einkommen bedeutet. Als Hundetrainerin bist Du AUCH Unternehmerin, nicht nur leidenschaftliche Hundeliebhaberin, die anderen zeigt, wie´s mit Hunden geht. Im Idealfall setzt Du nicht alles auf eine Karte. Behalte Deinen jetzigen Job (oder such Dir irgendeinen anderen, der Dich finanziell erstmal über Wasser hält), damit Du finanziell entspannt Dein Business als Hundetrainerin aufbauen kannst.

Mit Schulden zu starten ist keine gute Idee, auch nicht, wenn es ein KFW-Kredit oder sonstiger Gründer-Kredit ist. Behalte solche Optionen besser für die Zeit, wenn Dein Unternehmen wachsen soll. In Wachstum zu investieren ist sinnvoller, als auf Pump eine Existenz zu gründen.

Die Arschgeigen im Business erkennen

Mir wurde das Moloch der Hundetrainerszene erst bewusst, als ich verschiedene Ausbildungsinstitute angerufen hatte. Wohl gemerkt damals, in 2008. Da gab es noch nicht so viel Auswahl, wie heute. Was ich aus meinen Gesprächen gelernt habe? Beobachte Deine Gesprächspartner genau, hör ihnen gut zu und stelle Dir selbst die Frage:

1. Tritt bei Deiner Kontaktaufnahme mit den einzelnen Ausbildungsinstituten überhöhte Selbstdarstellung in den Vordergrund?

Ich meine damit nicht die Häufigkeit der Präsenz in sozialen Medien, Büchern und Fernsehen oder Bewertungen auf amazon. Ich spreche von der Art und Weise, wie eine Hundetrainerin oder ein Ausbildungsinstitut sich selbst und die eigene Lehrmethode darstellt. Es ist immer gefährlich jemandem zu folgen, der von sich behauptet, die Lösung für jedes Problem zu kennen. Noch gefährlicher ist es, wenn eine Methode als etwas verkauft wird, das immer auf dieselbe Art anwendbar ist und zum Erfolg führt.

Denk immer daran: Hunde und ihre Menschen sind Individuen. Sie müssen jeder für sich ganzheitlich kennengelernt und behandelt werden. Ein Hundetrainer, der seine Methode als der Weisheit letzter Schluss darstellt, legt damit vor allem den Entwicklungsstand der eigenen Persönlichkeit frei – sichtbar für jeden, der wach genug ist, um es zu erkennen.

2. Ein gutes Merkmal, woran Du Hundetrainer(-schulen) erkennst, von denen Du besser die Finger lässt, ist auch die Reaktion auf folgende Frage:

„Was halten Sie von der Methode/Philosophie, die Hundetrainer XY lehrt?“

Wenn Dein Gegenüber daraufhin aus der Haut springt und lästerliche Tiraden abspielt, nimm die Beine in die Hand und lauf weg. Wenn sie stattdessen in der Lage ist, fachlich zu begründen, weshalb manche oder viele Dinge in der Methode/Philosophie des genannten Trainers aus ihrer Sicht nicht vertretbar sind, dann ist das ein gutes Zeichen. Offenbar ist diese befragte Person nicht davon abhängig, andere Hundetrainer abzuwerten, um sich selbst besser darzustellen, sondern kann sachlich darauf reagieren. Denn darum geht es! Du willst das Handwerkszeug erlernen, mit dem man Hunde fair erzieht und Menschen sinnvoll anleitet.

Die gute Nachricht aus dem Berufsfeld Hundetrainer

Es gibt einen Haufen Hundetrainerinnen auf dem Markt, die voneinander lernen. Das sind Leute, die ihre Aufgabe darin sehen, das Zusammenleben von Menschen und Hunden (lokal bis weltweit) zu verbessern. Diese Hundetrainer begegnen einander auf Augenhöhe, sie respektieren die Arbeit und den Weg des anderen genauso, wie ihren eigenen.

Das, was uns vereint, ist nicht die Entscheidung für eine bestimmte Trainingsmethode oder Gruppenzugehörigkeit, sondern der tiefliegende Wunsch, Hunden und ihren Menschen zu helfen.

Auf welche Art und Weise Du das machst, mit wem Du Dich zusammenfindest und ob der Beruf Hundetrainer ein Vollzeitjob ist oder nicht, das kannst nur Du selbst entscheiden.

Folge Deinen eigenen Werten. Wenn Du sie im Umgang mit den Lehrenden und Studenten der Ausbildungsinstitute wieder findest, dann ist das ein guter Indikator, dass ihr zusammen passt.

Stelle einen Finanzplan auf. Nimm Beratung in Anspruch, wenn Du nicht weißt, wie das geht. Gründungsberaterinnen helfen gerne weiter!

Ich wünsche Dir und Deinen Hunden das allerbeste auf Deinem Weg. Auf Deine Art – Mach´s einfach 😉

Möchtest Du, dass ich Dich persönlich bei Deiner Entscheidungsfindung begleite? Hier findest Du den Weg zu mir.

Lies gerne auch diese Beiträge zum Thema „Traumberuf Hundetrainerin“:

Photo by David M. Chambers on Unsplash

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