Man kann negative Gedanken oder belastende Emotionen auch einfach weiterschicken: Auf Servier-Tablets. Manchmal auch mit Schirmchencocktails darauf. Das liegt manchen Leuten weitaus mehr, als betend einen Rosenkranz in der Hand zu halten. Ist auch einfacher und näher am Leben dran, als ein paar Perlen mit Jesus Christus am Kreuz. Hier kommt eine Geschichte, wie sie sich wirklich zugetragen hat.

Negative Gedanken loslassen

Ich stehe im Stau. Warten ist für mich eine tierische Herausforderung. An der Kasse. An der Bahnschranke. Auf einen Anruf. Warten, bis mein Hund endlich einen bequemen Platz ins Sitzkissen getrampelt hat. Die Liste ist endlos. Dabei ertappe ich mich, dass ich gerne mal (gedanklich oder auch ausgesprochen) meine Mitmenschen korrigiere und auf alternative Verhaltensweisen aufmerksam mache. Sprich: Ich motze rum, weil ich sie bescheuert finde.

Nun ist herummotzen, innerlich oder nach außen, in mehrfacher Hinsicht beknackt. Zum einen, weil wir dadurch uns selbst vergiften. Zum anderen, weil wir dieses Gift auch noch anderen Menschen verabreichen. Wir tragen damit zur Vermüllung der Gesellschaft bei – und das ist weitaus schlimmer, als die Alternative: den belastenden Gedanken einfach wegziehen lassen. Samt Emotionenschwung elegant auf ein imaginäres Tablett gelegt, nimmt es das Leben mit sich hinfort und tut damit, was es will.

Negative Gedanken umwandeln

Negative, belastende Gedanken tragen entsprechende Emotionen mit sich. Das sind die Kameraden, die Dich mit ihren Pfeilen traktieren und Dich immer wieder an etwas Unangenehmes erinnern. Gib ihnen ein Gesicht, eine Form, eine Stimme, einen Geruch und Geschmack. Oder nur eins davon, ist wurscht für den Anfang. In´s Gepäck der Armee von belastenden Gedanken packst Du die Emotion, das Gefühl, das sie mit sich tragen.

Fertig? Jetzt stell Dir das Leben vor. Es schickt Dir einen gut angezogenen Butler, der mit einem Tablett in der Hand und einem Gläschen Prosecco, Wein, Tee oder Fidji-Island-Wasser daherkommt. Er bietet Dir im Tausch gegen Deine Erfahrung mit diesen Gedanken und Emotionen etwas an, das Du gerne magst.

 

Auf dem Tablett des Universums stehen Ruhe und Gelassenheit. Die Tiefe Akzeptanz der Situation wird immer mitgeliefert – wir müssen nur danach greifen.

 

Der Deal ist: Du wirst die Motz-Kameraden los, indem Du Dir vorstellst, dass Du sie mit der einen Hand auf das Tablett gibst und mit der anderen das Tauschgeschenk abholst.

Nee, kein Witz. Nackte Wahrheit. Funktioniert.

Die negative Gedankenspirale ordentlich durchkneten

Jetzt bist Du dran. Fang klein an. Gerade Supermarktkassen eignen sich prima. So Momente, in denen die Rentnerin im Feierabend ihren Großeinkauf macht und dann motorisch eingeschränkt in ihrer Omahandtasche nach der Geldbörse sucht. Wenn sie schließlich nach passendem Kleingeld kramt, ihre Brille aber zu Hause vergessen hat und deshalb die Kassiererin bittet, das Geld passend raus zu suchen. Während Du eigentlich schnell heim willst, um den Tag endlich auf dem Sofa ausklingen zu lassen.

Groß anfangen wäre, inmitten einer Demonstration der Gegenpartei Deiner Wahl zur Ruhe zu finden und dabei ein imaginäres Einhorn am Halfter zu führen.

Du schaffst das. Los. Mach´s einfach!

 

Foto: Greg Rakozy

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