Jeder Mensch hat eine Geschichte. Es ist das Leben, das sie schreibt und manchmal glauben wir, dass unsere Biographie nicht weiter relevant für irgendjemanden ist. Nicht einmal für uns selbst. Vor einigen Jahren passierte mir etwas Merkwürdiges. Damals nannte ich es eine Zufallsbegegnung, heute bin ich mir sicher, dass dieses Ereignis Teil meines Schicksals war. Teil meines Weges, hin zu meiner Bestimmung. Dorthin, wo mein Platz war. Der Sinn meines Lebens.

Ich weiß nicht, wie viele vermeintliche Zufälle mir das Universum bis dahin geschickt hatte, damit ich endlich aufwachte und meine Bestimmung lebte. Es mussten viele gewesen sein. Ich stand in einem alten Seminarhaus, inmitten eines folgenschweren Sommers. Irgendwo spielte ein Radio. Ich lauschte der Stimme Adriano Celentanos, dessen Azzurro vor meinem inneren Auge das tiefblaue Meer malte, an dem ich so oft in meinem Leben schöne Urlaube verbracht hatte. Orte, an denen ich Kraft tanken konnte für das, was mein Alltag war. Und, Hand auf´s Herz und offen gesprochen, mein Alltag war damals zum kotzen. Lass es mich so zusammenfassen:

Mir war bis zu diesem Tag, als mich die Musik Adriano Celentanos sanft am Kragen gepackt und in den Kreis neuer Menschen befördert hatte, auch gar nicht bewusst gewesen, wie weit ich von mir selbst weggetreten war. Wenn morgens der Wecker klingelte war mein erster Gedanke: „Ich will nicht, ich habe keine Lust“. Keine Lust auf diese Arbeit, diese Menschen, diesen immer gleichen Ablauf jeden Tag. Diese Familie, die mich einfach nicht verstand. Mein eingeschlafenes Sexleben. Meinen Körper, der diese und jene Fehler aufwies. Wenn ich so richtig in Stimmung war, hielt ich mir auch gleich noch all die unfertigen Projekte vor, die ich gesammelt hatte. Nie mein Buch zu Ende geschrieben, nie das neue Instrument gelernt, nie die Weltreise gemacht, auch nicht nebenberuflich die Ausbildung begonnen, die mich so interessierte.

Das tat ich beinahe jeden Morgen. Über viele, viele Jahre. Für mich war das normal, bis ich feststellte, dass es andere Menschen gab. Solche, die wussten wie sich das anfühlte, weil sie es selbst erlebt hatten und die offen darüber sprachen. Das war nämlich auch so ein Punkt: Ich fühlte mich alleine mit meinen Dämonen. Ich glaubte, ich sei der einzige Mensch auf der Welt, der einfach nicht kapierte, wie leben ging.

Es gab also diese Menschen in diesem Seminarhaus, die ein kleines bisschen anders waren. Sie sagten andere Dinge über das Leben. Sie sprachen vom Sinn ihres Lebens und der eigenen Bedeutung darin.

Offen gestanden jagten mir diese Leute eine Heidenangst ein, damals. Ich weiß nicht, was ich geglaubt hatte. Ob die Typen da einen Röntgenblick besaßen und in die Abgründe meiner Seele blickten? Ob es ein paar Freaks waren, die bei Mondschein nackt ihren Namen tanzten? War das eine Sekte, in der ich gelandet war und merkte es nur nicht, weil mein Gehirn bereits gewaschen wurde? Solche Gedanken hatte ich, bevor ich endgültig durchatmete und den Raum betrat, der in mein neues Leben führte. Dorthin, wo ich zu Hause war. An den Platz, der akkurat zu mir passte und der nur auf mich wartete, schon immer und noch viel länger und darüber hinaus.

Es gibt einen Grund, warum wir leben. Weshalb wir als Mensch auf dieser Erde sind. Genau jetzt.

Manchmal verlaufen wir uns. Wir landen mitten in tobenden Gewässern. Welle um Welle spült uns gnadenlos durch. Wir sind kurz vor dem Ertrinken, die Kraft geht uns aus. Wir wünschten, es gäbe ein Rettungsboot oder zumindest eine kleine Insel in Sicht, zu der wir dann paddeln könnten. Vielleicht kennst Du dieses Gefühl.

Kennst Du auch das Gegenteil? Manche Wellen glitzern und funkeln in der Sonne. Sie ändern ihre Farbe, wenn die goldene Kugel am Himmel langsam im Ozean versinkt. Manchmal, da können wir Menschen auf Surfbrettern sitzen. Hanging loose. Im Rhythmus des Meeresrauschens atmen wir mit dem Klang der Welle, wenn sie auf warmen Sandboden trifft. Den Wind können wir sanft auf unserer Haut spüren und mit der Meeresluft schmecken wir die Freiheit, die unseren Planeten umhüllt. Manche Wellen tragen eine Besonderheit. Auf ihnen können wir elegant jenen Flow erleben, den nur jemand kennt, der jemals in seinem Tun Zeit und Raum verlassen hat.

Das Meer gleicht Deinem Leben. Es wird beeinflusst von Faktoren, die Du nicht immer kontrollieren kannst. Es passieren Dinge mit Dir, die kommen und gehen wie das Wetter. Doch Du kannst eine Entscheidung treffen, hier und heute. Du kannst lernen,

wie man etwas mehr auf den Wellen des Lebens surfen kann.

Und so fängst Du an, wenn Du willst:

  1. Dein Kompass für´s Leben (veröffentlicht am 20.07.2017)
  2. Deine Ziele setzen und sie erreichen (veröffentlicht am 27.07.2017)
  3. Was Dich hindert und was Dich stärkt (veröffentlicht am 03.08.2017)
  4. Die Quelle Deiner eigenen Kraft (veröffentlicht am 10.08.2017)

Pssssst! Ich will Dir etwas verraten: Die Geschichten und Personen in der Artikelserie „Etwas mehr…auf den Wellen des Lebens surfen“ sind frei erfunden. Falls Du Dich darin wiederfindest, ist das natürlich großartig. Mein allergrößter Dank geht an Rebecca Schnaiter, Stefanie Wenker, Richard Paulicks und, last but not least, Alex Laprell, der meinen geschriebenen Worten seine atemberaubende Stimme verleiht. DANKE! In jeder Zeile steckt ein Teil von Euch.

frank mckenna

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